Jahresthema 2014: „Surreal“

Das Jahresthema 2014 von derfotoclub lautet: „Surreal“

Wikipedia: „Surrealismus war eine Bewegung in der Literatur und der bildenden Kunst, die in der Nachfolge von Dada um 1920 in Paris entstand. Ziel war es, das Unwirkliche und Traumhafte sowie die Tiefen des Unbewussten auszuloten und den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich durch das Phantastische und Absurde zu erweitern.
Das Wort „Surrealismus“ bedeutet wörtlich „über dem Realismus“ Etwas, das als surreal bezeichnet wird, wirkt traumhaft im Sinne von unwirklich. Der Surrealismus stellt eine nichtrationale und die Gefühle betonende Welt des Traums in den Vordergrund.“

Eismann [Thomas Steinbichler] Surreales Herz [Brigitte Irsa]

 

 

 

 

 

 

 

Die surreale Fotografie wollte an ihrem Beginn in erster Linie zeigen, dass auch die Fotografie keineswegs eine objektive Abbildung der Wirklichkeit ist, als welche sie anfänglich gefeiert wurde und zum Teil noch bis heute gilt, sondern ebenso wie alle anderen Bildtechniken eine subjektive Interpretation darstellt.

Um dies zu unterstreichen wurden in die Arbeiten irreal wirkende Elemente oder Kompositionen eingebaut, die aber meist nicht bloß willkürlich Einfügungen waren, sondern zu einer kreativen, mit neuem Sinn behafteten, “überrealen” Umgestaltung des eigentlichen Objekts führten. Man blieb am Objekt orientiert, verlieh diesem aber eine neue Wirklichkeit, die ihm im gewöhnlichen Verständnis und unter dem üblichen Blick nicht entsprach, um eben deutlich zu machen, dass immer alles auch ganz anders gesehen und gezeigt werden kann, und dass das tatsächlich auch ständig passiert, dass es viele Wirklichkeiten, und mitunter auch ganz seltsame gibt, die viele unterschiedliche Bedeutungen für uns entfalten können.

Der Begriff surreal lässt sich also so verstehen: Ich versuche, durch eine bestimmte fotografische Gestaltung einem bestimmten Objekt eine neue, überraschende, vielleicht befremdliche, jedenfalls irgendwie “überwirklich” anmutende Bedeutung zu geben, die meiner subjektiven Phantasie entstammt. Phantasie ist immer getragen von Wünschen, Träumen, Hoffnungen, Illusionen, Gefühlen, Idealen, Utopien, usw. Quelle der Inspiration ist das Objekt, dem ein phantastisches Mäntelchen umgehängt wird. Das Mäntelchen sollte ihm aber sehr gut passen! Also keine belanglose bzw. mehr oder minder effektvolle Verfremdung o.Ä., sondern eine “Intensivierung” der Wirklichkeit durch eine subjektive Zutat. Surreal ist eine unmöglich erscheinende Möglichkeit. Surreal wird gezeigt, was Wundersames alles in einem Ding drinnen stecken, was Eigentümliches man in es hineinprojizieren kann.

Spiegelwelt[Sabine Jandl-Jobst] Licht und Schatten [Brigitte Irsa] Kopfsalat [Gerhard Gleitsmann]